Die Innerasiatische Integration
In unserem ersten ChinaPoll wollten wir Ihre Einschätzung über die Auswirkungen der zunehmenden innerasiatischen Integration erfahren. Insgesamt wurden über 2.000 Meinungsführer angeschrieben, die über die reine Abstimmung hinaus sehr interessante Anmerkungen ihrem Votum beigefügt haben. Die folgende Auswertung berücksichtigt sowohl das quantitative Ergebnis, als auch die gegebenen Kommentare.
Knapp 43% der Teilnehmer unserer Umfrage sehen in der zunehmenden innerasiatischen Integration einen Bedeutungszuwachs für China als Tor zum asiatischen Markt. Deutsche Unternehmen, die in der Volksrepublik ansässig sind, sollten diese Chance nutzen, um von China aus ihre Aktivitäten in Asien auszuweiten. Dadurch könnten erhebliche Kosten eingespart werden. Mittelständischen deutschen Unternehmen wird empfohlen, in Kooperationen und Branchenverbänden Produktionsstandorte in China aufzubauen, um von dort die Märkte der Region sowie global agierende Konzerne beliefern zu können. Auch für Kooperationen mit japanische Unternehmen ist nach Meinung der Teilnehmer die zunehmende Integration in Asien von Vorteil, da sich in China zahlreiche japanische Niederlassungen befinden, mit denen deutsche Unternehmen von dort aus kooperieren und den japanischen Markt erschließen können.
Über 33% der Befragten sehen durch die zunehmende Integration in Asien keinerlei Auswirkungen für die Chinastrategie deutscher Unternehmen, da der asiatische Markt weiterhin nicht von einem Standort aus bedient werden kann. Zwar steige durch die wachsende Integration des asiatischen Wirtschaftsraums auch dessen Bedeutung, doch die Vielschichtigkeit und Individualität der einzelnen Länder machen eine regionale Betreuung unumgänglich. Ein Teilnehmer stellt zudem fest, dass trotz und gerade wegen der zunehmenden Globalisierung eine Individualisierung in einigen Ländern und Regionen stattfindet, die eine differenzierte Asienstrategie unumgänglich macht.
Rund 17% der Teilnehmer betrachten die innerasiatische Integration als neutral für die Chinastrategie deutscher Unternehmen, da ohnehin China der anvisierte Markt ist. Dies wird unter anderem damit begründet, dass deutsche, insbesondere mittelständische Unternehmen, in der Regel nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, um weitere asiatische Länder zu erschließen und sich deshalb auf China konzentrieren müssen. China, aber teilweise auch Indien, werden von dieser ?Wählerfraktion? als die mit Abstand wichtigsten Bausteine im Asiengeschäft deutscher Unternehmen betrachtet.
Während in den meisten Kommentaren die innerasiatische Integration entweder positiv oder neutral für die Chinastrategie deutscher Unternehmen beurteilt wurde, so gab es doch auch kritische Stimmen. Einige sehen in der Integration eine große Bedrohung für deutsche Exporte in die Region, sofern nicht bilaterale bzw. europäische Freihandelsabkommen mit den asiatischen Ländern oder der ASEAN getroffen werden.
Derzeit läuft der zweite ChinaPoll. Die Ergebnisse finden Sie Ende September wieder auf unserer Homepage.

