In unserem letzten ChinaPoll in im Jahr 2007 wollten wir von Ihnen wissen, ob das Treffen zwischen der Bundeskanzlerin und dem Dalai Lama negative Auswirkungen auf die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen haben wird. Die hohe Beteiligung sowie die zahlreichen Kommentare belegen, dass dieses Thema auch zwei Monate nach dem Empfang die deutsche Öffentlichkeit bewegt.
Das Treffen zwischen der Bundeskanzlerin und dem Dalai Lama wird keine negativen Auswirkungen auf die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen haben. | 67% |
Die Zusammenkunft der Bundeskanzlerin mit dem Dalai Lama wird die künftigen deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen negativ beeinflussen. | 32% |
Keine Meinung | 1% |
Zwei Drittel der Befragten äußerten die Meinung, dass das Treffen keine negativen Auswirkungen auf die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen haben wird. Dabei wurde von Einigen jedoch die Unterscheidung zwischen dem öffentlichen und privaten Geschäftsbereich getroffen. Die Privatwirtschaft sei demnach weitaus weniger von der politischen Dissonanz im Anschluss an den Empfang des Dalai Lama betroffen als Unternehmen, die mit chinesischen Staatsunternehmen zusammenarbeiten oder sich um öffentliche Aufträge in China bewerben.
Viele Befragte, die sich für die erste Antwortalternative entschieden haben, betrachten die öffentliche Verstimmung Chinas auch als politisches Spiel mit außenpolitischer Symbolkraft. Nach Ansicht der Befragten will die chinesische Regierung mit dieser Reaktion deutlich machen, dass sie nicht gewillt ist, eine solche Demütigung (so sei das Treffen von chinesischer Seite empfunden worden) zu dulden. Jedoch bräuchten sich China und Deutschland gegenseitig viel zu sehr, um die politische Verstimmung der letzten beiden Monate längerfristig weiterzuführen.
Dass der Empfang des Dalai Lama auch langfristig die deutsch-chinesischen Beziehungen belasten wird, glauben rund 32% der Teilnehmer. Nach deren Ansicht ist das politische und wirtschaftliche Verhältnis der beiden Staaten bereits jetzt schwer beschädigt und die Befragten sehen keine Verbesserung in absehbarer Zeit. Ein Teilnehmer bezeichnete die Einladung des Dalai Lama durch Kanzlerin Merkel „als eine sehr deutsche Weise, China offiziell als Konkurrenten anzukündigen“, was auf ein zukünftig eher rivalisierendes als kooperierendes Verhältnis deutet.
Ein Insider berichtete in seinem Kommentar über kürzliche Gespräche im chinesischen Außenministerium und einer sehr harten und abweisenden Reaktion der offiziellen Stellen aufgrund des Dalai Lama-Besuchs. Seiner Einschätzung nach lässt die Haltung der Verantwortlichen dort negative Auswirkungen für einen längeren Zeitraum erwarten.
Losgelöst von der wirtschaftlichen Komponente gingen auch zahlreiche Befragte in ihren Kommentaren auf das Thema ein, ob die Kanzlerin den Dalai Lama grundsätzlich hätte empfangen sollen.
Ein Großteil der Teilnehmer vertrat hierbei die Meinung, dass es durchaus wichtig ist, eigene Meinungen und Interessen zu verfolgen sowie einen offenen Standpunkt zu vertreten. Einige der Befragten äußerten jedoch die Ansicht, dass die Kanzlerin vorab die chinesische Regierung von dem Treffen hätte unterrichten und dieses an einem neutraleren Ort als dem Kanzleramt hätte stattfinden sollen.
Beste Grüße
Stefan Geiger
Geschäftsführer
Chinaforum Bayern e.V.
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geiger 'at' chinaforumbayern.de
Freundliche Grüße
Pengfei Lu
Chinese Coordinator
Deloitte & Touche GmbH
Tel. +49 89 29 036 8633
plu 'at' deloitte.de

