Bayerisch-Chinesischer Sommerdialog 2026

Der Bayerisch-Chinesische Sommerdialog ist fest im Kalender von Politik und Wirtschaft verankert. Zur einzigartigen Netzwerkveranstaltung konnten Stefan Geiger, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des Chinaforum Bayern e.V., sowie Vorstandsmitglied LI Nan auch in diesem Jahr wieder rund 300 hochkarätige Gäste aus Bayern und China begrüßen. „Im Mittelpunkt steht für uns das Netzwerken und der Meinungsaustausch“, betonte Stefan Geiger gleich zu Beginn des Events.

Wie wichtig der Dialog zwischen den Ländern ist, hob auch Ministerialdirektorin Dr. Sabine Jarothe hervor. In ihrem Grußwort sagte die Amtschefin des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie: „China setzt in vielen Bereichen wichtige technologische Maßstäbe. Umso entscheidender ist der starke Austausch auf regionaler Ebene durch gemeinsame Investitionen und bewährte Partnerschaften.“ Dabei setzt sich Bayern klar für ein faires ‚Level Playing Field‘ und ein kluges ‚De-Risking‘ ein, um die Wirtschaft durch Vertrauen, gegenseitigen Nutzen und gleiche Chancen für alle Seiten zu stärken.

Generalkonsul QIU Xuejun unterstrich diese Relevanz ebenfalls und plädierte dafür, „die pragmatische Zusammenarbeit von China und Deutschland sowie zwischen China und Bayern weiter auszubauen.“ So lag das bilaterale Handelsvolumen zwischen China und Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich bei über 200 Milliarden US-Dollar. Zudem könnten beide Länder einen „Beitrag zu mehr Stabilität in der Welt leisten.“ Ein Punkt, der angesichts internationaler Herausforderungen von großer Bedeutung ist.

Für Stadtrat Clemens Baumgärtner zählt der Bayerisch-Chinesische Sommerdialog zu den wichtigsten Terminen des Jahres. Anhand einprägsamer Beispiele wie der Zahl der Touristen und Studierenden zeigte er auf, welche Bedeutung die Landeshauptstadt München für China hat – und umgekehrt. Viel positive Resonanz erhielt er für den Hinweis, dass der Tierpark Hellabrunn 2028 die Ankunft von zwei Großen Pandabären erwartet.

Podiumsdiskussion: Wandel und neue Allianzen

Die Podiumsdiskussion mit Wirtschaftsvertretern belegte anschaulich, welchen Stellenwert das Blicken über den Tellerrand hat. Über „Innovation und Partnerschaft“ diskutierten Stefan Geiger und LI Nan mit Wenpei Lin Brachwitz, Director Public Affairs bei CATL Europe, YE Jiang, President & CEO HAWE China, Bernd Reitmeier, Managing Director der Startup Factory China, sowie Philipp Schwarm, Managing Director der Memmert GmbH + Co. KG. Die Teilnehmenden äußerten sich jedoch in unterschiedlicher Tonalität.

Obwohl die Ziele – Markterschließung, Präsenz und Gewinnsteigerung – gleichbleiben, hat sich die China-Strategie gewandelt, erläuterte Bernd Reitmeier. Anstatt starr auf 100-prozentige Tochtergesellschaften zu setzen, müssen Unternehmen heute breiter denken und auf strategische Partnerschaften setzen. Besonders für den Mittelstand sind solche Allianzen essenziell, um unabhängige Strukturen, eigene Produkte und lokale Wertschöpfung aufzubauen.

Die eindringlichste Mahnung kam von Memmert-Chef Philipp Schwarm: Sein Unternehmen hat sich für den Bau eines neuen Werks in China – und nicht in Deutschland – entschieden. Eine Bauzeit von sieben Jahren sei für ihn „inakzeptabel“ gewesen. Er ergänzte eindringlich: „Wir haben häufig noch nicht erkannt, dass wir uns grundlegend verändern müssen. Unser Geschäftsmodell ‚Made in Germany‘ hat sich überholt.“

Den umgekehrten Weg ist CATL gegangen. Das Unternehmen eröffnete bewusst sein Werk in Arnstadt bei Erfurt, berichtete Wenpei Lin Brachwitz: „Uns war es wichtig, den Dialog mit den Kunden vor Ort zu führen.“ Auch legt CATL Wert darauf, ihre Mitarbeitenden selbst auszubilden. Deshalb hat die Firma in Thüringen auch ein eigenes Ausbildungswerk eröffnet. Für sie sind die deutsche und die chinesische Industrie grundsätzlich eng miteinander verbunden, das beweisen ihre Lieferketten: „Beide Länder sind offen für den globalen Markt.“

Den Erfolg von lokalen Lösungen bestätigte auch YE Jiang: Er sieht weiterhin eine große Bedeutung für den deutschen Maschinenbau. Es gibt ein über Generationen gewachsenes Know-how, das von historischen Vorreitern wie Siemens oder ThyssenKrupp mitbegründet wurde. „Sollte das verlernt werden? Statt Angst vor der Zukunft zu haben, sollte die deutsche Wirtschaft selbstbewusst auf diese technologische Stärke vertrauen.“

Einig waren sich die Teilnehmenden: Gerade weil sich die chinesische Wirtschaft so rasant entwickelt, bleibt der Austausch zwischen Bayern und China wichtiger denn je.

Kulturelles Rahmenprogramm und Networking

Und natürlich galt es wieder, aktuelle, aber augenzwinkernde Fragen über China und Bayern zu beantworten. Beim China-Bayern-Quiz belegte das Team „Outside the Box!“ den ersten Platz.

Der Abend wurde von einem vielfältigen Programm durch Künstlerinnen und Künstler des GOP-Varieté-Theaters umrahmt: So beeindruckten Babou Sanna und Rémi Orset das Publikum mit ihrer Duo-Einrad-Akrobatik. Ania Lewandowska faszinierte am Vertikaltuch mit ihrer Eleganz, Drehungen und Tricks.

Der Bayerisch-Chinesische Sommerdialog richtet sich an Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft aus Deutschland und China. Damit soll der Austausch bayerischer und chinesischer Unternehmen gefördert und das Netzwerk für Vertreter der Politik und Gesellschaft auch in weltwirtschaftlich herausfordernden Zeiten weiter vertieft werden.

Gastgeber des Sommerdialogs waren das Chinaforum Bayern e.V., das Bayerische Wirtschaftsministerium, Invest in Bavaria, die Landeshauptstadt München sowie das Generalkonsulat der Volksrepublik China in München.

Als Sponsoren unterstützten HUAWEI, Messe München, eloaded, Bank of China, Rödl, CATHAY, Startup Factory China, Heilmaier Messe Design, Bird & Bird, Memmert, NürnbergMesse, FIVV, AMI Partners und Deloitte die Veranstaltung.

CHINAHIRN begleitete den Bayerisch-Chinesischen Sommerdialog als Medienpartner.

Autorin: Sigrid Eck