Unser Thema im Oktober 2009:
Nach Ansicht zahlreicher Wirtschaftsexperten droht Deutschland 2009 den Titel des „Exportweltmeisters“ an China zu verlieren. Nach aktuellen Berechnungen der Welthandelsorganisation übertraf der Warenwert der Exporte aus der Volksrepublik in den ersten sechs Monaten des Jahres knapp den Wert der deutschen Ausfuhren.
In der Oktoberausgabe unseres „ChinaPoll“ wollten wir von Ihnen wissen, wie Sie den möglichen Verlust des Exportweltmeistertitels an China beurteilen.
39% der Teilnehmer sind der Meinung, dass der mögliche Verlust des Titels „Exportweltmeister“ zu verschmerzen ist, da es in erster Linie ohnehin westliche, auch deutsche Unternehmen sind, die den Außenhandel Chinas treiben und von den günstigen Produktionsbedingungen in der Volksrepublik profitieren. 55% der chinesischen Exporte stammten 2008 von ausländisch investierten Unternehmen. Im Hightech-Bereich waren es sogar 80%. Ein Teilnehmer merkte an, der Außenhandel sei zwar wichtig für Deutschland, die Krise jedoch hätte gezeigt, dass durch den robusten deutschen Binnenmarkt viele Schwierigkeiten abgefedert werden konnten. Länder wie China, deren Binnenmärkte kaum entwickelt sind, wären weitaus stärker auf Exporte oder staatliche Konjunkturprogramme angewiesen als die Bundesrepublik. Ein anderer Teilnehmer hob hervor, die rasche Entwicklung der Exporte Chinas hätte ihre Ursache in der Unterbewertung der chinesischen Währung. Früher oder später müsste die Volksrepublik den Renminbi anpassen, was auch zu einem Rückgang der Ausfuhren führen wird.
37% der Befragten konnten dem möglichen Verlust des Titels „Exportweltmeister“ sogar positive Seiten abgewinnen. Durch die wachsenden Exporte Chinas stiegen auch die Einnahmen der chinesischen Bevölkerung, wodurch neue Käuferschichten für Hightech „Made in Germany“ entstehen würden. Wichtiger als der Verlust des Titels „Exportweltmeister“ sei nach Angabe einiger Teilnehmer ein insgesamt steigendes Wachstum der deutschen Exporte. Dass China mit einer Bevölkerung, die fünfzehn Mal größer als die deutsche ist, über kurz oder lang auch größte Exportnation werde würde, wäre absehbar gewesen.
Für knapp ein Viertel der Teilnehmer ist der mögliche Verlust des Titels „Exportweltmeister“ besorgniserregend, denn er dokumentiert nicht nur den rasant steigenden Wert chinesischer Exporte, sondern auch die veränderte Struktur der chinesischen Ausfuhrgüter. China exportiere zunehmend hochwertige Maschinen und moderne Elektronik und mache damit deutschen Produkten auf dem Weltmarkt Konkurrenz. So hob ein Teilnehmer hervor, dass sich Deutschland hinsichtlich seiner Innovationsstärke und deren internationaler Vermarktung nicht von China abhängen lassen dürfe. Auch die Politik sei hier gefordert und solle stärker auf den Rat von Chinaexperten beim Austausch mit der Volksrepublik setzen.
Einige ChinaPoll-Teilnehmer äußerten sich in ihren Kommentaren zwiespältig über den möglichen Aufstieg Chinas zur weltgrößten Exportnation. Ihrer Ansicht nach fördert der damit verbundene steigende Wohlstand Chinas die Chancen deutscher Ausfuhren ins Reich der Mitte. Sie regten jedoch an, eine genaue Analyse der Struktur und Qualität der chinesischen Exporte vorzunehmen, um gegebenenfalls mit anderen oder innovativeren Produkten gegensteuern zu können.
Der mögliche Verlust des Titels „Exportweltmeister“ sollte Deutschland keine Sorgen bereiten. Schließlich sind es in erster Linie westliche – auch deutsch – Unternehmen, die den Außenhandel Chinas treiben und von den günstigen Produktionsbedingungen in der Volksrepublik profitieren. | 39% |
Dem möglichen Verlust des Titels „Exportweltmeister“ können durchaus positive Seiten abgewonnen werden. Durch die wachsenden Exporte steigen auch die Einnahmen der chinesischen Bevölkerung wodurch neue Käuferschichten für Hightech „made in Germany“ entstehen. | 37% |
Der mögliche Verlust des Titels „Exportweltmeister“ ist besorgniserregend, denn er dokumentiert nicht nur den rasant steigenden Wert chinesischer Exporte, sondern auch die veränderte Struktur der chinesischen Ausfuhrgüter. China exportiert zunehmend hochwertige Maschinen und moderne Elektronik und macht damit deutschen Produkten auf dem Weltmarkt Konkurrenz. | 24% |
Keine Meinung | 0% |
Wir bedanken uns sehr herzlich für Ihre zahlreichen interessanten Kommentare und würden uns auch bei unserem nächsten ChinaPoll wieder über Ihre Teilnahme freuen.
Beste Grüße Freundliche Grüße
Stefan Geiger Yijiang Zhang
Geschäftsführer Chinese Coordinator
Chinaforum Bayern e.V. Deloitte & Touche GmbH
Tel. +49 89 89 46 58 90 Tel. +49 89 29 036 8801

